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Meine Mutter spinnt…

Oder wie mein Freund gerne behauptet: „Meine Schwiegermutter spinnt.“

Und auch wenn das jetzt total böse klingt, es ist wahr. Meine Mutter spinnt tatsächlich – und zwar Wolle von ihren eigenen Schafen, nachdem sie die Wolle eigenhändig gefärbt hat.

So sieht es bei meiner Familie abends in der Wohnküche aus, wenn ich da bin: Mitten im Raum steht ein großer Tisch aus Olivenholz, an dem 12 Mann Platz nehmen können. Irgendwo sitzt mein Vater und liest meistens ein Buch oder recherchiert im Internet, mein kleiner Bruder sitzt im Sessel und spielt auf dem IPad Fußball und kommentiert nervigerweise halblaut was jeder Spieler macht, mein anderer Bruder kommt rein und kocht für uns alle Tee, ich sitze am Tisch und stricke irgendwas während meine Mutter in ihrer Ecke sitzt und spinnt. Da herrscht im ganzen Raum (abgesehen vom Murmeln meines Bruders und das gleichmäßige Surren des Spinnrads) Ruhe. Herrlich.

Es ist ein Ort der Extreme. Während einerseits versucht wird, vieles selber anzubauen, zu ernten, herzustellen und einzukochen, ist meine Familie im Bereich Technik weit moderner ausgestattet als ich. Aber vielleicht hat es genau deshalb diesen besonderen Charme – weil die Liebe zum Selbermachen aus einem inneren Impuls kommt und nicht aus einer finanziellen Notwendigkeit.

Auf jeden Fall hat meine Mutter immer unzählige Projekte am Laufen. Aber die Sache mit der Wolle steht ziemlich weit oben auf ihrer Liste. Mal färbt sie die Wolle mit Eiermalfarben und mal mit irgendwelchen Pflanzen, die sie am Wegesrand gepflückt hat – auf jeden Fall ist es immer wieder ein Experimentieren und die Farben, die dabei rauskommen sind einzigartig. Denn auch wenn man zwei mal das gleiche Färbemittel benutzt, so wird doch die Wolle nicht genau die gleiche Farbgebung haben.mama spinnt3.png

Und oft, wenn ich zu Besuch bin, bekomme ich diese selbstgewaschene, selbstgefärbte und selbstgesponnene Wolle geschenkt um daraus neue Kreationen zu erschaffen. Mit Handarbeit ist es ja oft so, dass man Unikate herstellt – und mehr back to basics bzw. down to earth als ein Knäuel dieser Wolle geht nicht.

 

mama spinnt2.png

Letztens habe ich mir eine Mütze aus einem dieser Knäuel gehäkelt und ich bin total glücklich damit. Denn sie ist mega warm (wirklich unfassbar warm) und neben meinem Fleiß steckt da auch ganz viel Liebe von meiner Mutter drin. Außerdem sind die Farben traumhaft schön! (Offensichtlich bin ich kein sehr gutes Mützenmodel)

 

Meistens setze ich jedoch die Wolle für Projekte ein, die unserem Mäuschen zugute kommen. Während meiner Schwangerschaft habe ich das Mama-Baby-Strickbuch von Gabriela Widmer-Hanke gekauft und würde es wirklich jedem empfehlen, der gerne strickt und süße Sachen fürs Baby stricken möchte. Da stehen unfassbar niedliche Projekte drin. Wie zum Beispiel dieser süße Cardigan, den ich mit Mamas Wolle in einem wunderschönen grün für unsere Maus gestrickt habe:mama spinnt

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mama spinnt1

Seht ihr die Knöpfe auf dem Cardigan? Die hat meine Mutter auch selber hergestellt – aus einem Avocado-Kern. Das letzte Bild ist leider etwas verwackelt – aber dieser kleine Wirbelwind sitzt nun mal nie still…

Ich kann euch an dieser Stelle was tolles verraten: da wir beide (gut, vor allem meine Mutter…) so fleißig am spinnen, nähen, stricken, häkeln, werkeln, färben, filzen etc. sind, werden wir bald ein Etsy-Shop eröffnen. Sobald das alles steht und eingerichtet ist, seid ihr natürlich die Ersten, die es erfahren werdet!

In diesem Sinne wünsche ich allen ein sonniges, frühlinghaftes Wochenende!

 

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