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Urban Gardening – mein Balkongarten

Von meiner Mutter habe ich vor Jahren ein niederländisches Kochbuch geschenkt bekommen. Es nennt sich „Kookboek voor meisjes van 8 tot 88“ (M. van der Rijst/ M. van Driel, 2008, mo’media). Also ein Kochbuch für Mädchen von 8 bis 88. Ich liebe dieses Kochbuch, zum Einen durch die inspirierenden Rezepte, die alle irgendwie aus der international beeinflussten niederländischen Küche stammen. Was ich aber am meisten an diesem Buch liebe ist die Aufmachung, die wunderschönen Fotos und die Aufteilung in verschiedene Genres: „Küchenprinzessinnen, Schwangere Mädchen, Mädchen über 80, freche Mädchen, Bauernmädchen, Fischweiber, etc.“.

Aber mein Lieblingskapitel nennt sich „Groen(t)e meisjes“, die grünen (Gemüse) Mädels. Denn das bin ich. Ich bin ein Gemüse-Mädchen.

Ein Mädchen, welches nichts lieber mag als mit ihren bloßen Händen die Erde zu durchwühlen, zu säen, zu ernten, Unkraut zu zupfen, Blumen zu pflücken und am Ende des Tages mit der Ernte eine herrliche Mahlzeit zuzubereiten. Schwarze Ränder unter den Fingernägel, Erde im Gesicht, Sonnenbrand, Brennnesselstiche – ich genieße jede Sekunde im Garten.

Jetzt wohne ich in der Großstadt. Und ich meine so richtig mitten drin in der Großstadt. Und bekanntlich besteht in der Großstadt ein Mangel an Grünflächen, v.a. an Grünflächen, die man nach Lust und Laune bebauen kann. Deswegen musste eine Lösung her, denn ohne Gartenglück fehlt ein Teil von mir.

Jetzt kommt es – Stichwort:

Urban Gardening.

Wie mit so vielen Sachen, die ich schon seit Jahren mache (nähen, stricken, Countrymusik hören) hat das Urban Gardening (Urban = städtisch; Gardening = gärtnern) derzeit wirklich ein Hype-Status. Im Bücherladen gibt es ein Buch nach dem anderen über die Möglichkeiten, sich in der Stadt seine eigene grüne Oase zu schaffen. Und liebe Leute, das geht tatsächlich! Vor allem, wenn man, wie wir, mit dem Glück gesegnet ist, einen Balkon zu haben.

urban gardening2.pngUnd in diesem Jahr habe ich mir für unser Balkon so einiges vorgenommen. Seit einigen Wochen stehen die Fensterbänke voll mit Setzlinge, die bei dem schönen Wetter der letzten Tage endlich rausdurften. Wenn alles gut geht, wird uns der Balkon im Laufe des Sommers mit Tomaten, Auberginen, Kürbisse, Zucchini, Möhren, Radieschen, Rote Beete, Spinat, Koriander, Petersilie, eine Menge Salat (Rucola, Pflücksalat und lollo rosso), Paprika und sogar Kartoffeln versorgen.

Wenn ich diese Liste so lese, muss ich vermutlich noch mal mit dem Vermieter sprechen, ob wir nicht hinter dem Haus ein Hochbeet hinstellen können…

Und das tolle am Urban Gardening? Es geht nicht nur darum, in der Stadt was anzubauen, sondern ein Großteil der Bewegung setzt sich auch mit Nachhaltigkeit auseinander. Und da ich mir ja am Anfang des Jahres die Ziele gesetzt habe, weniger Geld auszugeben, weniger Müll zu produzieren und mehr zu upcyclen bzw. selber zu machen statt zu kaufen, sieht es bei uns auf dem Balkon dementsprechend aus. Neben ein paar gekauften Behältern wachsen die meisten meiner Pflanzen in leeren Saft- oder Milchkartons, leeren Obstschalen, leeren Dosen und mehr.

Besonders stolz bin ich auf dem Versuch Kartoffeln anzubauen. Dafür habe ich einen großen Korb vom Fischmarkt genommen, ein paar Kartoffeln gepflanzt und häufe nun die Erde immer höher um die wachsenden Kartoffelpflanze. Ich bin auf die Ernte schon sehr gespannt. (In anderen Worten: Ich freue mich wie ein kleines Kind und kann es kaum erwarten, die Pflanzen rauszuziehen um zu schauen, was da in der Erde so vor sich geht).

urban gardening5.png
Kartoffeln im Obstkorb

 

Ich bin total glücklich mit unserem Balkon in diesem Jahr. Unsere eigene grüne Oase und ein kleiner Schritt in Richtung Selbstversorgung. Seid ihr auch fleißig am Gärtnern? Vielleicht hat ja jemand noch Ideen, was man noch Schönes anbauen könnte oder Anregungen zum Thema Urban Gardening?!

 

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Ein Kommentar zu „Urban Gardening – mein Balkongarten

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