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Reiseübelkeit? 7 Tipps für eine „kotzfreie“ Fahrt

Vorletztes Wochenende ist unser Mäuschen auf einmal schon anderthalb geworden und am letzten Donnerstag hatten wir in der KITA unseren ersten Elternabend. Ich habe mich gleich zum Elternvertreter wählen lassen – das könnte der Start einer langen Karriere als Elternvertretung werden. Und wenn ich auch nur ein bisschen nach meinen Eltern komme, könnte das für so mancher Lehrer durchaus ungemütlich werden.

Über meine Eltern gesprochen – vorletztes Wochenende haben meine Maus und ich ein langes Wochenende bei Opa und Oma im neuen Wohnsitz in Brandenburg verbracht. Es war ein langes Wochenende mit ganz viel Familie und Natur, zwei Sachen, die mir hier in Hamburg manchmal durchaus fehlen. So konnte unsere Maus einfach in den Garten gehen und frische biologische Äpfel pflücken bzw. diese direkt aus dem Baum essen, den kleinen Kätzchen einen Besuch abstatten oder mit ihrem Onkel im Innenhof „Ball“ spielen. An einem großen Tisch haben wir gemütlich zusammen den herrlichen Eintopf meiner Mutter gegessen und viel erzählt. Außerdem haben meine Mutter und ich noch einen großen Korb Hagebutten gepflückt woraus 16 Gläschen Marmelade entstanden. Country life at its best.

Da nur von 6 Geschwister insgesamt nur eine hier in Hamburg wohnt und die restliche Familie in Nordrheinwestfalen, den Niederlanden, Brandenburg und Sachsen-Anhalt verteilt ist, sind Familienbesuche immer mit einer sehr langen Autofahrt verbunden. Lange Fahrten machen mir zum Glück nichts mehr aus – aber unser Mäuschen leidet sehr stark unter Reiseübelkeit.

Als ich das erste Mal unser Auto gesäubert habe nach einer Reise mit drei „Kotz-Attacken“ habe ich mich in aller Form bei meinen Eltern entschuldigt für die vielen Male an denen ich ihr Auto ebenfalls im Laufe meiner Kindheit vollgespuckt habe – da hat die kleine Maus wohl was von mir geerbt 

Da wir oft lange unterwegs sind, habe ich im Laufe der letzten Monate ein paar Sachen entdeckt, die unsere Reise wesentlich erleichtern und die Übelkeit zum Teil einschränken.

Also kommen hier meine 7 Tipps für eine „kotzfreie“ Fahrt.

  1. Schlafzeiten ausnutzen. Dieser Tipp steht ganz oben, weil wir festgestellt haben: ein schlafendes Baby = ein ruhige, übelkeitfreie Fahrt. Wenn wir also am Wochenende eine lange Fahrt vor uns haben, hole ich unsere Maus vor der Schlafenszeit aus dem Kindergarten ab, damit sie dann im Auto schlafen kann. Mache vorher einen langen Spaziergang an der frischen Luft oder tobe ausgiebig, damit das Kind richtig gemütlich lange schlafen kann.
  2. Vorwärts fahren lassen. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Autositze, die so lange wie möglich nach hinten gerichtet sind,  sicherer sind, als solche, die nach vorne gerichtet sind. Es wird empfohlen sogar bis 4 Jahren das Kind rückwärts fahren zu lassen. Aus diesem Grund hatten wir einen Reboarder gekauft, d.h. ein Autositz, den man in beide Richtungen drehen kann. Und auch wenn ich sie aus Sicherheitsgründen am liebsten rückwärts fahren lassen würde, haben wir festgestellt, dass sie vorwärts etwas besser verträgt.
  3. Direkt vor der Fahrt und während der Fahrt nichts essen. Ok klar, offensichtlich muss das Kind was essen. Aber am besten nicht direkt vor der Fahrt, sondern mindestens eine Stunde vorher, damit das alles schon mal unten im Magen angekommen ist. Außerdem darauf achten, was das Kind ist. Säuerliche Lebensmittel sind bei unserer Maus ganz schlecht – Joghurt, säuerliche Obstsorten wie Apfel, Milchprodukte allgemein, Saft, das alles kommt bei der Fahrt genauso schnell wieder raus, wie sie es am Morgen gegessen hat. Ein trockenes Brötchen dahingegen scheint den Magen nicht so zu reizen. Jetzt klingt das vielleicht ein bisschen böse, dem Kind vor der Fahrt nicht zu viel zu geben und dann während der Fahrt auch nichts. Aber unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Essen während der Fahrt mit einer Übelkeitsgarantie verbunden ist. Bei einer langen Fahrt kann man natürlich nicht komplett auf Nahrung verzichten. Hier gilt es jedoch wieder darauf aufzupassen, was das Kind gut verträgt.
  4. Gleichmäßig fahren. Lange Strecken auf der Autobahn ohne scharfe Kurven und ständigem Bremsen haben sich als wesentlich weniger gefährlich erwiesen (im Hinblick auf Übelkeit) als Landstraße zu fahren. Eine kurvenreiche, ruppige Fahrt ist wie eine Achterbahnfahrt, da wird der Gleichgewichtssinn durcheinander gewirbelt und dem Kind wird übel.
  5. Das Kind ablenken. Wenn the boyfriend fährt, sitze ich immer hinten. Unsere Maus macht beim Spucken den Kopf so komisch nach hinten und da habe ich immer Angst, dass sie erstickt. Deshalb sitze ich hinten und kann dann sofort reagieren. Oft erkenne ich schon an ihrem Gesichtsausdruck, dass da im Bauch was brodelt. Wenn wir also fast da sind und ich den Ausbruch verhindern möchte, hilft es manchmal sie abzulenken. Ein Buch lesen, ein Lied singen, Quatsch machen – egal, Hauptsache noch ein bisschen durchhalten…
  6. Gut vorbereitet sein. Man kann es nicht immer vermeiden. Das Kind muss manchmal unterwegs was essen, man muss auch mal durch die Stadt oder über eine Landstraße fahren oder im Stau ständig anfahren und abbremsen. Oder das Kind hat einfach einen schlechten Tag – wie auch immer, manchmal passiert es dann doch. Aber wenn man gut vorbereitet ist, ist das Ganze halb so schlimm. Wir haben immer folgende Dinge dabei:
    – Wechselsachen (2 – 3 Outfits, je nachdem wie lang die Fahrt ist)
    – Ein großes Handtuch (um die anliegenden Sitze abzudecken)
    – Eine Küchenrolle
    – Feuchttücher
    – Zwei Müllsäcke (für dreckige Klamotten und für Müll)
  7. Ruhig bleiben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie unangenehm Reiseübelkeit ist. Und wie blöd es ist, wenn die Eltern dich vollmotzen, weil man das brandneue Auto vollgereiert hat. Dabei kann man manchmal gar nichts dafür, dann kommt es einfach. Gerade bei den kleinen Kindern trifft dies zu – sie können es nicht kontrollieren und fühlen sich dabei ganz elend. Deshalb einfach ruhig bleiben, dem Kind gut zureden und beruhigen und die Zeit nehmen das Kind in Ruhe umzuziehen und den Sitz vor der Weiterfahrt grob zu reinigen. Seitdem ich diese Haltung angenommen habe, ist das Spucken keine so unangenehme Stresssituation für die Kleine, sondern eher eine Erleichterung für eine entspannte Weiterfahrt.

Ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen mit diesen Tipps helfen. Vielleicht hat jemand das gleiche Problem und hat noch gute Hinweise? Über weitere Tipps freue ich mich 🙂

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